Mittelgasanlage III

By Carsten Jung

Das Thema Mittelgasanlage scheint in der Stadt durch zu sein. Niemand möchte sich anscheinend dieses Themas annehmen und lehnt jede Beschäftigung mit der Materie ab, ohne direkt informiert zu sein. Andererseits sollen die schweizer Investoren auch auf eine Einladung nicht reagiert haben. Wie dem auch sei. Das Beispiel zeigt aber wieder zu deutlich, daß man sich in Speyer zu sehr fixiert auf den Bereich Wohnen und Tourismus. Nur mag man für dessen nachhaltige Entwicklung auch nicht recht etwas tun. Man läßt es so treiben, ohne jede Strategie.

Fest steht, daß Speyer kein Gewerbegebiet mehr braucht. Ganz offensichtlich ist die Ansiedlung eines Unternehmens auf dem Gelände überhaupt nicht möglich. Man hat es sich eben einmal vorgenommen, Idylle zu sein und da paßt eben kein Gewerbe ins Bild.

Es ist jedoch dringend davor zu warnen, sich von einer momentan funktionierenden Situation blenden zu lassen. Die Gewerbestruktur auf der Maximilianstraße hat die zunehmende Tendenz, mittelfristig zur Ramschmeile zu verkommen. Das macht die Stadt für Touristen, die nicht nur wegen des Domes, der Museen oder anderer Sehenswürdigkeiten kommen, unattraktiv. Die vielen neuen Bewohner, die sich vornehmlich aus den großen Betrieben der Umgebung rekrutieren, wie etwa der SAP oder BASF, können auch eines Tages weg sein, falls sich Konzernzentralen verlagern. Bei SAP ein schon lange schwelendes Thema. Speyer bewegt sich auf dünnem Eis.

.Carsten Jung

3 Antworten zu „Mittelgasanlage III“

  1. Anonymous sagt:

    Ein Gewerbegebiet passt sicherlich trotzdem in die idyllische Landschaft von Speyer. „Erneuerbare Energie“ und Gewerbeeinnahmen ist eine verlockende Wortkombination – bedenken Sie aber auch Stichworte der Kehrseite: Sondermüll, Industrieabfälle, Dioxin, militärischer Abfall und verseuchter Erdaushub. Diese Worte könnten künftig zu Speyer und Kaiserdom zugeordnet werden. Und bedenken Sie auch: Diese Art der umweltschonenden Energiegewinnung birgt grosse Gefahren – es reicht ein kurzzeitiger Störfall oder eine Störung von Außen aus. Sollten wir uns nicht doch lieber auf schönere Dinge (Wohnen, Tourismus, Idylle) fixieren ?

  2. Carsten Jung sagt:

    Wenn man seinen Blick verengt und nur noch dafür sorgen möchte, daß man es in dieser Stadt idyllisch hat, dann ist das aller Erfahrung nach bereits der Anfang vom Ende dieser Stadt. Soetwas hat noch nie funktioniert, daß man meint, alles Schöne für sich reklamieren zu können und „die schlimmen Sachen“ können ja die anderen machen.

    1. steht noch rein gar nichts fest, was wirklich für die Mittelgasanlage geplant war. Wir werden es wohl auch nicht herausbekommen, weil sich der Stadtrat offenbar mehrheitlich lieber der Idylle widmet.

    2. kann über diese Themen offenbar nicht mehr gesprochen werden, weil es Menschen gibt, die zwar gerne die Fahne des Alternativen schwingen, wenn es zum Schwur kommt feuern sie aber aus allen Rohren der Lügen, Halbwahrheiten und Polemik. Aus verschwelbaren organischen Stoffen werden dann im Handumdrehen Sondermüll, Gift und militärischer Abfall – wie Sie es nennen. Unter diesen, generell in Deutschland um sich greifenden Bedingungen sehe ich schwarz für jede politische Diskussionkultur. Unter diesen Bedingungen sind wir eben das Land der Zögerer, Zauderer, Verhinderer und leben nur noch von Luftschlössern.

  3. Anna Grohmann sagt:

    Wie oben bereits erwähnt, hat sich mit der Materie niemand intensiv beschäftigt, somit kann man auch sich auch nicht dafür oder dagegen aussprechen.
    Wer hier so leichtfertig Begriffe verwendet wie Sondermüll oder Gift, sollte auch eine informative und sachliche Grundlage bieten.
    Zumindest wenn derjenige darauf Wert legt, ernst genommen zu werden.
    Sicher möchte niemand direkt neben einem Gewerbegebiet wohnen, allerdings kommt es auch darauf an, wie dieses gestaltet und/oder genutzt wird. Gewerbe ist nicht gleich Gewerbe.
    Allerdings finde ich es bedenklich, wenn große Unternehmen sich in einem Gebiet zusammen rotten.
    So ist die Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmitteln eher dürftig und für Bürger ohne Auto z. B. alte gebrechliche Menschen der Weg dort hin eine Zumutung. Diese Bürger haben keinen Vorteil vom dort herrschenden Preiskampf….im Gegenteil!

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